Am 24. Mai 2025 fand auf Schloss Arenfels ein Fangjagdlehrgang für 15 Jägerinnen und Jäger statt. Unter Vermittlung des Hegerings Siebengebirge und unter der fachkundigen Leitung von Peter Juretzki erlernten die Teilnehmer vormittags die theoretischen Grundlagen und setzten diese am Nachmittag in der Praxis um.
Ziel der Ausbildung: Die Jagd auf invasive Arten mit der Falle fachgerecht, tierschutzkonform und im Sinne des Artenschutzes durchzuführen.
Fangjagd schützt gefährdete Arten
Die Fangjagd ist ein wichtiges Werkzeug, um heimische, teils stark gefährdete Arten vor invasiven Beutegreifern zu schützen. Besonders betroffen sind Bodenbrüter wie Rebhuhn, Kiebitz oder Fasan sowie Amphibien wie Kröten, Frösche und Molche. Deren Gelege und Jungtiere sind leichte Beute für Waschbär, Marderhund oder streunende Hauskatzen. Auch seltene Vogelarten wie der Wiesenpieper oder die Bekassine profitieren von einer wirksamen Fangjagd.
Gefangen werden dürfen dabei nur bestimmte Arten, darunter der Waschbär, der Marderhund, der Rotfuchs und die Nutria. Diese Arten verursachen erhebliche Schäden an der heimischen Fauna – allen voran der aus Nordamerika stammende Waschbär.
Waschbär auf dem Vormarsch
Die Jagdstatistik zeigt es deutlich: In mehreren Bundesländern hat der Waschbär den Rotfuchs zahlenmäßig bereits überholt. Bundesweit ist die Zahl der erlegten Waschbären von 2011 bis 2023 auf über 239.000 gestiegen – eine Vervierfachung innerhalb von zwölf Jahren.
Besonders bedeutsam ist dabei die Fangjagd: Rund 40 Prozent der Waschbären werden mit Fallen erlegt. Ohne diese Form der Jagd ist eine wirksame Kontrolle der invasiven Populationen kaum möglich.
Wissenschaft belegt Gefahr durch invasive Arten
Aktuelle Untersuchungen der Goethe-Universität Frankfurt belegen, dass Waschbären während der Paarungszeit von Amphibien gezielt Kröten, Frösche und Molche erbeuten – bis hin zu lokalen Bestandszusammenbrüchen. Der Weltbiodiversitätsrat (IPBES) hat bereits 2023 eindringlich darauf hingewiesen, dass invasive gebietsfremde Arten zu den größten Bedrohungen für die weltweite biologische Vielfalt gehören.
Die ökologischen und wirtschaftlichen Schäden sind enorm: Allein im Jahr 2019 beliefen sich die globalen Kosten für Prävention, Management und Folgeschäden auf über 423 Milliarden US-Dollar – Tendenz stark steigend.
Fazit
Die Fangjagd ist weit mehr als ein jagdliches Handwerk: Sie ist ein unverzichtbarer Beitrag zum Schutz bedrohter Arten und zur Erhaltung der biologischen Vielfalt in Nordrhein-Westfalen und darüber hinaus. Fachkundig ausgebildete Jägerinnen und Jäger übernehmen dabei Verantwortung – für Natur, Landschaft und Artenvielfalt.
Anna Maria Müller