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Afrikanische Schweinepest erreicht Nordrhein Westfalen

Dass die Afrikanische Schweinepest früher oder später auch Nordrhein‑Westfalen erreichen würde, war stets eine Frage des Wann – nicht des Ob.

Im Vergleich zu unseren hessischen Kolleginnen und Kollegen hatten wir den Vorteil, den Ausbruch deutlich früher zu erkennen und entsprechend schneller reagieren zu können. Zudem trat die Seuche in einem Gebiet mit wenigen schweinehaltenden Betrieben auf, dafür jedoch mit höheren Schwarzwildbeständen. Unsere Vorbereitung zahlte sich aus: Durch den bestehenden Rahmenvertrag mit der Wildtierseuchenvorsorgegesellschaft (WSVG) standen bereits Kapazitäten zur Bergung verendeter Stücke sowie Zaunmaterial bereit. Auch die Kadaverspürhundestaffel und die Jagdeinheit‑ASP konnten unmittelbar eingesetzt werden.

So gelang es, das Ausbruchsgeschehen rasch einzuzäunen – insgesamt mit gutem Erfolg. Einzelne Fälle außerhalb der Zäune waren erwartbar, wurden jedoch schnell abgearbeitet. Aktuell befinden wir uns jedoch in einer kritischen Phase: Mehrere Nachweise außerhalb des Zaunbereichs erfordern nun ein besonders schnelles und zugleich gut informiertes Handeln.

Klar ist: Das Land kann diese Seuche nicht allein bekämpfen. Wir sind auf die Unterstützung aller Beteiligten angewiesen – insbesondere der Jägerschaft. Hohe Schwarzwilddichten führen zu erhöhten Kontaktraten und damit zu einer schnelleren lokalen Ausbreitung der Seuche. Das verkürzt die Zeit, in der wir Entwicklungen erkennen und unsere Maßnahmen anpassen können. Deshalb ist es derzeit besonders wichtig, die Schwarzwildbestände in ganz NRW abzusenken. Gleichzeitig leistet die Jägerschaft einen zentralen Beitrag zum Monitoring. Da nun landesweit Proben erlegter Wildschweine untersucht werden, können wir in dieser entscheidenden Phase mögliche Sprünge der Seuche in andere Regionen weitgehend ausschließen – und im Ernstfall schnell reagieren.

Die Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest ist kein Sprint, sondern ein Marathon. Wir müssen darauf achten, dass uns auf diesem langen Weg nicht die Kraft ausgeht und wir weiterhin gemeinsam auf eine möglichst schnelle Tilgung der Seuche hinarbeiten. Gefragt sind wir alle: das Land, die Kreise sowie die Jägerinnen und Jäger, die sich mit großem Engagement einbringen.

 

Marc Velling Sachgebiet für Schalenwild und
Manuel Liethen Revierjäger der Forschungsstelle für Jagdkunde und Wildtiermanagement, Landesamt für Verbraucherschutz und Ernährung NRW (LAVE NRW)
Pützchens Chaussee 228, 53229 Bonn

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